Achtsamkeit - ganz präsent ohne Bewertung

Achtsamkeit

 

Achtsamkeit heißt mit voller Aufmerksamkeit ohne Bewertung ganz beim jeweiligen Erleben zu sein.

 

Vielleicht ist Ihre erste Reaktion, das bin ich immer. Und die zweite, was soll mir das nützen? Wie kann mir das helfen meine Probleme, vor allem auch die Schlafprobleme, zu bewältigen?

 

Konzepte, Gedanken und Bewertungen

 

Lange Zeit habe ich geglaubt, meine Gedanken und Gefühle bilden die Wirklichkeit ab. Wenn ich etwas so empfinde, dann ist es auch so. Wenn ich einen Gedanken habe, dann stimmt er.

 

Der Buddha hat ziemlich lang unter einem Baum gesessen und sich das Spiel seiner Gedanken und Gefühle solange angesehen, bis er merkte, sie ist nur eine Sichtweise. Sie färben meine Wahrnehmung. Meine Gedanken und Gefühle sagen mehr über mich und meine Persönlichkeit als über die Welt da draußen. Ebenso ist es auch bei den anderen. Wie sie auf mich und mein Tun reagieren, erzählt mehr eine Geschichte über sie als über mich.

 

Unsere innere Haltung färbt also unsere Wahrnehmung und auf die reagieren wir, weniger auf die Dinge selbst.

Ganz genau hinschauen, spüren und wahrnehmen

 

Das ist Achtsamkeit. Die Bewertung draußen lassen.

 

Ob man direkt beim Erleben ist oder in Gedanken darüber ist nicht dasselbe. Stellen Sie sich einen traumhaften Sonnenuntergang vor. Sie haben ihn nicht erwartet. Für einen Moment sind sie völlig gebannt und voll in ihrem Erleben. Kurz darauf kommen Gedanken: aha, ein Sonnenuntergang. Eine Bewertung: ein schöner Sonnenuntergang. Ein Vergleich: ein Sonnenuntergang wie damals bei ....

 

Sind Sie dann wirklich noch beim Erleben des Sonnenuntergangs oder denken sie über den Sonnenuntergang nach? Das Erleben oder der Stempel, aha, Sonnenuntergang sind zweierlei.

 

Ganz oft sind wir voll beim Erleben, wenn wir etwas zum ersten Mal tun. Wir sind voll in Kontakt damit und dabei. Oder, wenn es etwas neu und besonders schön ist. Oder auch bei einem furchtbaren Ereigniss. Die Bewerung "furchtbar" kommt meist später. In dem Moment erleben wir nur. Wir haben auch alle sehr viel Sehnsucht nach diesem intensiven Erleben. So verkaufen die Werbung uns viele Dinge. Sie erzählt uns etwas von dem intensiven Erleben. 

Vorstellungen und Ideen

 

Man muss schon eine weile meditieren, um zu sehen, dass da ein Unterschied ist. Das direkte Erleben und die Vorstellung oder das Konzept von dem, was man erlebt.

 

Es passieren immer wieder furchtbare Dinge: das Haus brennt ab, man verliert den Job, der Partner trennt sich, man bekommt eine schwere Krankheit usw.

 

Hier geht es nicht darum, alles gleichgültig hinzunehmen. Es geht eher darum, dass es NEBEN und zusätzlich zu den Dingen, die passieren noch eine Parallelwelt gibt. Die Welt der Ideen, Konzepte, Bewertungen, Vorstellungen, die uns sogar von dem eigentlichen Erleben trennen können und zu Selbstläufern werden Viele Ereignisse können wir nicht ändern (Krankheit, Tod usw.), aber wir können ihre Bewertung stoppen, die manchmal schlimmer ist als die Dinge selbst.

 

Es sind nicht die Dinge selbst, die uns beunruhigen, sondern unsere Vorstellung und Meinungen von den Dingen.

Ideen verselbständigen sich

 

Irgendwann befindet man sich mehr in der Welt der Ideen und Vorstellungen als in der Welt des Erlebens.

 

Gerade für den Schlaf hat das verheerende Folgen. "Jetzt kann ich wieder eine Nacht nicht schlafen? Wie soll das bloß morgen werden? Jetzt ist es schon 3 Uhr? Ich werde diese Nacht keinen Schlaf mehr bekommen."

 

Sie sehen, was passiert. Ich befinden sich in einer Ideenwelt und die ist so mächtig, dass sie dann auch Wahrheit wird.

 

Wie wäre es, wenn ihre Gedankenwelt so aussehen würde: "Prima, jetzt habe ich noch 4 Stunden bis morgen früh. Endlich kann ich mal bewußt mich selber spüren, der fehlende Schlaf holt sich der Körper schon noch".

 

Zwei mögliche Szenarium und beide haben höchst unterschiedliche Auswirkungen auf die Realität, nämlich den Schlaf. Sie sehen wie die Vorstellungen, von dem was ist, das was ist mehr beeinflusst als vermutlich umgekehrt.

 

Genau da setzt Achtsamkeitraining an.

 

Der Buddha, so heißt es, schaute sich die Dinge solange an, bis er genau sah, wie Leid entsteht und wie man es überwinden kann. Soweit werden die wenigsten von uns gehen könne, aber was maßgeblich die Schlafstörung unterhält und wie man das durchbrechen kann, das können wir durchaus schaffen.