Die ruhelose Gesellschaft begünstigt Schlafstörungen

 Aktivität, Leistung, Fitness

 

Vitalität, Aktivität, Leistung, Fitness sind zu den zu unseren Leitbildern unserer Zeit geworden.  Ein Thema, was maßgeblich für die Power am Tag zuständig ist, wird aber oft stiefmütterlich behandelt - der Schlaf. Schlaf soll funktionieren und wir ärgern uns nur, wenn er gestört ist. Es gibt nicht wenig Menschen, die ihn für vertane Zeit halten.

 

Die Balance zwischen Aktivität und Ruhe

 

Mich wundert immer wieder, dass es soviel angeboten wird, fitter, vitaler, aktiver sein zu können, aber das naheliegenste scheint vergessen: der gute und gesunde Schlaf ist vielleicht die wichtigste Quelle von frischer Energie, Vitalität, Belastbarkeit und Ausgeglichenheit. Ob wir wollen oder nicht. Wir sind so konstruiert. Unser Körper und Geist brauchen Zeiten der Inaktivität und Ruhe, um zu regenieren und die Akkus neu aufzuladen. Wäre es nicht logisch, mit zunehmender Aktivität und Leistung,  eine Kultur des Schlafs, des Rückzugs und der inneren Einkehr entwickeln? Oft erwarten wir von dem Schlaf aber nur, dass er funktioniert und wenn er nicht kommt, versuchen wie ihn zu erzwingen. 


Geschwindigkeit und Reizüberflutung

 

Wir werden von immer mehr Reizen auf sämtlichen Kanälen gleichzeitig in einem immer schnelleren Takt geflutet.  In dieser rastlosen Zeit ist es schwer geworden, abends runter zu kommen und den Tag ausklingen zu lassen. Wir suchen den Reiz als Stimulans, aber Abschalten, nein das fällt uns immer schwerer. Das Wort Muße ist altmodisch. Tote Zeit, vertane Zeit, das wollen wir nicht.

 

Achtsamkeit und Wachheit

 

Achtsamkeit bedeutet voll und ganz im Hier und Jetzt sein. Sehr wach, sehr präsent und verbunden mit dem, was ich gerade tue. In buddhistischen Schulen wird Erleuchtung auch oft als Erwachen bezeichnet. Erwachen zur vollen Präsenz und zum bewußten Erleben von allem, was passiert.

 

Wer kennt es nicht, dass er Auto fährt und wenn er angekommen ist, weiß er gar nicht, was er unterwegs gesehen hat. Sind wir wirklich im Kontakt in einem Gespräch? Können wir zuhören? Der Turbo ist so schnell, dass wir oft gar nicht mehr bei dem sind, was wir gerade tun. Vielleicht entsteht das Bedürfniss nach immer mehr und immer mehr Erleben, immer mehr Kicks auch daraus, dass wir keine Befriedigung und Zufriedenheit im Alltag erfahren können, weil wir nicht im Kontakt sind. Weder zu uns selber, noch zu anderen. Eine innere Leere kann die Folge sein, die wir mit immer mehr Aktivität zu füllen suchen. Nachts aber sind wir mit uns und unseren Gedanken alleine.

 

Wachheit durch Achtsamkeit führt zu inneren Sättigung, Zufriedenheit und Gelassenheit. Die Gier nach immer mehr, wird befriedigt. Nicht nur der Schlaf verändert sich, auch das Erleben.